年表 - Chronologie

Daten entnommen aus:

Nishimura, Mitsuko 西村光子(2006): 女たちの共同体: 70年代ウーマン・リブを再読する (Eine Gemeinschaft von Frauen: Re-Lektüre der Frauenbefreiungsbewegung der 70er Jahre). 東京: 社会評論社.

Shigematsu, Setsu (2003): Tanaka Mitsu and the Women’s Liberation Movement in Japan: Towards a radical feminist Ontology. Dissertation, Cornell University.

Mackie, Vera (2003): Feminism in Modern Japan: Citizenship, Embodiment and Sexuality. Cambridge: Cambridge University Press.

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1967

Tanaka (die zu dieser Zeit im Geschäft ihrer Eltern aushilft) gründet einen Verein zur Unterstützung von Waisen in Vietnam

1968

18. Januar: mobile Einsatztruppen dringen in die von Studenten besetzte Yasuda-Aula der Tôkyô Unversität ein; über zwei Tage landesweit Auseinandersetzungen, aber schließlich Auflösung der Universitätsblockaden

28. April: /Okinawa-Day: studentische Vereinigungen ( Zenkyôtô, Hansen seinen iinkai) und Gruppen der Neuen Linken marschieren auf und liefern sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit den mobilen Einsatzruppen des Staates, die aber letztlich die Oberhand gewinnen

lt. Tanaka gehen aus diesem Ereignis zwei Strömungen hervor: 1. die eher radikale Vereinigte Rote Armee (Rengô sekigun) und 2. die Frauenbefreiungsbewegung

1970

Juni: Tanaka Mitsu verfasst die Erklärung der Befreiung des Eros (Erosu kaihô sengen), die sie im August 1970 öffentlich verteilt

22. August: Generalversammlung des Komitees asiatischer Frauen zur Bekämpfung von Invasion=Diskriminierung (Shinryaku=sabetsu to tatakau Ajia fujin kaigi), auf der Tanaka Mitsu ihr 13.000 Zeichen starkes Manifest Die Befreiung aus dem Abort (Benjo kara no kaihô)verteilt

September: Tanaka verfasst das Manifest Warum ’sexuelle Befreiung’? (Naze ’sei no kaihô’ ka?)

21. Oktober: /Internationaler Anti-Kriegs-Tag: Demonstrationszug von ca. 200 Frauen um Tanaka Mitsu in der Ginza, gilt als Gründungsmoment der Gruppe kämpfender Frauen (Gurûpu: tatakau onna) sowie aufgrund eines bebilderten Artikels in der Asahi als dokumentierter ‘Tag Eins’ der japanischen Frauenbefreiungsbewegung in der Öffentlichkeit

14. November: erstes Forum der Gruppe kämpfender Frauen unter dem Titel: Die Geschlechterdiskriminierung anprangern (Seisabetsu o kokuhatsu suru)mit 200 Teilnehmerinnen, das als erstes großes Meeting der ribu gewertet wird;

- im Zentrum stehen Debatten um die Theoretisierung der Bewegung und die politische Priorität betimmter Themen (ökonom. Unabhängigkeit von Frauen, Probleme von Frauen am Arbeitsplatz, Sexarbeit, Mutterschaft, Abtreibung und Verhütung); es treten weitere Gruppen der Bewegung auf wie: Bund kämpfender Frauen (Tatakau josei dômei) und S – E – X (Essu î ekkusu);

- die Grundideen des Forums werden in der Publikation “Seisabetsu e no kokuhatsuveröffentlicht, wodurch der Aktionsradius der Bewegung weiter ausgedehnt wird

1971

21.-24. August: erstes Sommercamp in Shinanodaira /Nagano, bei dem ca. 300 Frauen im Alter von 10-50 Jahren aus dem ganzen Land zusammenkommen; hier wird erstmals offiziell die Bezeichnung “ribufür die Bewegung verwendet

1972

Januar-Mai: regelmäßige Vorbereitungs-Treffen zur geplanten ribu-Generalversammlung und wöchentliche Diskussionsabende

Februar-März: landesweite Presseberichte über die Vorfälle im Zusammenhang mit der Vereinigten Roten Armee ( Asamasansô-jiken); diese werden von der ribu in einem Treffen am 28. März aufgegriffen und diskutiert, und letztlich auf die Normen der Männergesellschaft zurückführt, die Tanaka Mitsu als Logik der Produktivität (seisansei no ronri)” bezeichnet

März-April: Tanaka verfasst in etwa vierzig Tagen An die Frauen des Lebens (Inochi no onna-tachi e), das im nachhinein zu einem Klassiker der ribu wird

30. April: Vorfest der Versammlung

5.-7. Mai: ribu-Generalversammlung, an der insgesamt 1.900 Menschen teilnehmen

August: zweites ribu-Sommerlager auf Hokkaidô mit ca. 100 Teilnehmerinnen, bei dem eine Vielfalt neu entstandener ribu-Gruppen zusammentrifft (Onna metoroparichen, Monrô-sha, Sapporo komûne etc.)

September: Eröffnung des ribu-Shinjuku-Centers in einer 2-Raumwohnung in der Nähe des Shinjuku-Bhfs. (bewusste Namensgebung im Sinne einer dezentralen Organisation in zahlreichen Zellen), wo sieben Frauen als Kommune leben und 24h/Tag verschiedene mini-komi erstellen, Beratung für Frauen in allen Lebenslagen anbieten und einmal die Woche teach-ins zu unterschiedlichen Themen abhalten

Oktober: erste Herausgabe des Journals Zielstrebig auf diesem Weg (Kono michi hitosuji)” durch das Shinjuku-Center

15. Oktober: erstmalig landesweite Demonstrationen gegen die geplante Verschärfung des Gesetzes zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses und zum Schutz der Mütter (Yûsei hogo hô)

1973

August: drittes ribu-Sommerlager auf Shikinujima mit ca. 100 Teilnehmerinnen

November: erste Ausgabe der Zeitschrift Onna Erosu” erscheint

seit November: Demonstrationen auf koreanischer Seite und solidarische Demonstrationen der ribu entzünden eine landesweite Protestwelle gegen japanischen Sex-Tourismus in Korea ( Kisaeng-Tourismus) vor Flughäfen, Reisebüros etc., woraufhin zumindest dessen öffentliche Sanktionierung und Bewerbung als ‘befreiter’ Tourismus von staatlicher Seite beendet wird

- Grundlage einer neuen Woge von transnationalen, Pan-asiatischen bzw. anti-imperialistischen feministischen Aktivitäten

1974

20. Januar: Uraufführung des ribu-Musicals Dotekabô-zaim Shinjuku-Center

1975

Juni: Tanaka Mitsu, Takeda Miyuki und Wakabayashi Naeko verlassen Japan, um an der Internationalen Welt-Frauen-Konferenz in Mexiko teilzunehmen - das Shinjuku-Center wird ab diesem Jahr mit verkürzten Öffnungszeiten weitergeführt

1977

Mai: Bekanntgabe der Schließung des ribu-Shinjuku-Centers

die Zeitschrift “Feminisuto” beruft anlässlich ihres ersten Erscheinens eine Pressekonferenz ein, auf der sie implizit die Botschaft vermittelt, die Ära der ribu wäre vorbei und es müsse nunmehr darum gehen, Feminismus ‘effektiver in Japan zu vermitteln’